HICEN Projekt

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Pädagogische Hochschule Heidelberg und Ernst Lehnhardt-Stiftung

Elementarer Versorgungs- und Förderbedarf hörgeschädigter Kinder im Vorschulbereich

Es wird heutzutage davon ausgegangen, dass durch elementarpädagogische Maßnahmen wesentliche Grundlagen für späteres schulisches Lernen und darüber hinaus für lebenslanges, selbst gesteuertes Lernen geschaffen werden, wie es von den Menschen in einer Wissensgesellschaft benötigt wird. Dies gilt für die Früherziehung hörgeschädigter Kinder in noch gravierenderer Weise, da diese nicht nur - wie gut hörende Kinder - eine entwicklungsgerechte Förderung zur Ausbildung eigener lernmethodischer Kompetenzen benötigen, sondern zusätzliche Hilfen, um die mit der Sinnesbeeinträchtigung verbundenen Wahrnehmungs- und Lernbarrieren zu kompensieren. Es ist vielfach belegt, dass eine möglichst frühe Erkennung von Hörschädigungen, eine umgehende apparative Versorgung mit Hörhilfen und eine sofort einsetzende Frühförderung zu den elementaren Voraussetzungen gehören, die diesen Kindern allseitige und barrierefreie Entwicklungschancen eröffnen. Solche Chancen bieten sich jedoch nur dann, wenn zum einen entsprechende Systeme der frühen Intervention und zum zweiten spezielle Ausbildungsmöglichkeit für pädagogische Fachkräfte in der vorschulischen Hörgeschädigtenförderung existieren und funktionieren. Damit die Systeme der Elementarerziehung allen hörgeschädigten Kindern diese Chancen eröffnen können, müssen sie selbst die Fähigkeit entwickeln, neue Erkenntnisse und beste Praktiken zu integrieren und weiterzuentwickeln. Dafür kommt es neben der Schaffung der institutionellen Voraussetzungen vor allem darauf an, dass die professionellen Kräfte mit dem aktuellen Wissen der beteiligten Disziplinen vertraut gemacht werden. In dieser Beziehung besteht ein großer Bedarf, der jedoch heutzutage sowohl für die Erstausbildung wie für die Fortbildung durch die Möglichkeiten von e-Learning und virtuellen Lernumgebungen besser denn je zu befriedigen ist.

 

spielendes Kind

Das HICEN Projekt  trägt diesem Bedarf zur Verbesserung der Qualität und der Effektivität der Ausbildung der Fachkräfte in der vorschulischen Förderung hörgeschädigter Kinder Rechnung. Es konzentriert sich dabei auf die Erfordernisse, die sich für diese Kinder im allerersten Lebensabschnitt ergeben, d. h. auf den Zeitraum von der Geburt bis zum Erreichen des dritten Lebensjahres. Dieser Abschnitt ist eminent wichtig für die Entwicklung eines jeden Kindes, ganz besonders aber für die Entwicklung hörgeschädigter Kinder. Denn heutzutage kann schon kurz nach der Geburt eine Hörbeeinträchtigung erkannt sowie eine entsprechende Versorgung und Förderung initiiert werden. Dieser frühe Abschnitt im Leben eines hörgeschädigten Kindes muss also nicht mehr, wie es allzu häufig bisher war, weitgehend ohne Versorgung und Förderung verstreichen, sondern kann gezielt elementar- und hörgeschädigtenpädagogisch genutzt werden. Welche Maßnahmen für den professionellen und elterlichen Umgang mit hörgeschädigten Kindern in diesem Lebensabschnitt besonders geeignet sind, beschreiben die Autoren des HICEN Projekts in neun Modulen. Die in diesen Modulen empfohlenen Maßnahmen beziehen sich vornehmlich auf hörgeschädigte Kinder, deren Familien sich für eine primär lautsprachliche  Förderung und Unterstützung entschieden haben.

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